Das 4 Sterne Wellnesshotel Alpiana in Lana, Südtirol.

Propst Wieser Weg 30 . 39011 Völlan/Lana bei Meran in Südtirol
F +39 0473 568143 . info@alpiana.com
www.alpiana.com . MwSt-Nr.

Reopening 26.12.2020

Wir freuen uns auf Sie! Buchen Sie Ihren wohlverdienten Urlaub und freuen Sie sich auf erholsame Urlaubstage.
Aktuelle Infos

Wo die Welt geboren wird | Teil 2: Die Begegnung

So sagenhaft wie noch nie: Alpiana einmal anders - Teil 2

author-image
Sarah Meraner, 30.04.2020
Der junge Mann, dessen Gesicht die Einsiedlerin in der Dunkelheit nur erahnen konnte, drehte sich zu ihr um, als hätte er ihre Anwesenheit gespürt. „Hallo? Wer ist da?“, rief er. Er holte eine Taschenlampe aus seiner Jacke und leuchtete genau in Alpianas Richtung, die sich instinktiv die Hände vors Gesicht hielt. „Entschuldige bitte“, sagte er ruhig und sanft, „ich wollte dich nicht erschrecken. Ich habe nur nicht erwartet, dass noch jemand außer mir hier sein könnte. Wer bist du?“
Die Alte, die sich durch den freundlichen Klang seiner Stimme nicht mehr fürchtete, näherte sich dem seltsamen Fremden. „Die, die von mir wissen, nennen mich Alpiana. Meinen richtigen Namen … den hab ich schon lange vergessen“, antwortete sie, und freute sich über ihre eigene Stimme, die sie selbst nur selten zu Ohren bekam, und gesellte sich zum jungen Mann ins nächtlich-nasse Gras.
„Ah, ich hab bereits von dir gehört. Und mir ist auch zu Ohren gekommen, dass du Menschen normalerweise meidest.“ „Wie ist dein Name und warum liegst du nicht noch in deinem Bette, wie all die anderen Narren da unten?“, fragte Alpiana und wunderte sich über ihre Neugierde. Der nächtliche Wanderer erzählte, dass sein Name Johannes sei, und er letzthin häufiger so früh aufbrach, um alleine zu sein, seinen Gedanken nachzukommen und um die Welt in Bildern einzufangen. „Die Farben sind morgens am intensivsten und das Licht am klarsten“, berichtete er mit funkelnden Augen. „So ist es auch mit den Gedanken“, bestätigte ihm die Einsiedlerin. „Nichts bringt mehr Klarheit als die Morgenstunde. Viele Fragen lassen sich beantworten, wenn man einsam auf den Tag wartet. Schon verrückt … dieser Ort wurde erforscht und genauestens vermessen – und wir beiden Suchenden sitzen hier mit hunderten ungeklärten Fragen.“ Alpiana erhob sich. „Komm ruhig mit, wenn du magst.“
Ohne Fragen zu stellen, folgte Johannes der Einsiedlerin mit den langen, grauen Haaren und den verbrauchten Kleidern. Der Boden knirschte unter Johannes’ Sohlen, Alpianas Schritte hingegen waren lautlos. Mit ihren bloßen Füßen schien sie über den Untergrund zu schweben – und der junge Mann fühlte sich wie ein unbeholfener Trampel, der zum ersten Mal auf Wanderschaft ging. Wortlos stiegen sie den Basalthügel hinab und Johannes überlegte, ob jemand, der so viel Zeit mit sich selbst und in der Natur verbrachte, überhaupt noch unbeantwortete Fragen hatte. Kurze Zeit später spazierten sie durch Völlan, hinauf zur Dorfkirche, von wo aus sie den Blick zur anmutigen Mayenburg schweifen ließen. Man konnte die alten Gemäuer ihre Geschichten flüstern hören.
Hinter den wolkenbedeckten Berggipfeln am anderen Ende des Tales begann es in warmen Farben zu glitzern, in den Baumkronen stimmten die Vögel ihr Morgenlied an und die ersten Fenster der Häuser öffneten sich.
„Darf ich dich etwas fragen? Wie kam es dazu, dass du das Dorf verlassen hast?“, fragte Johannes, als sie weiterzogen zu den Kastanienhainen.

...Fortsetzung folgt.

facebook google-plus pinterest