Das 4 Sterne Wellnesshotel Alpiana in Lana, Südtirol.

Propst Wieser Weg 30 . 39011 Völlan/Lana bei Meran in Südtirol
F +39 0473 568143 . info@alpiana.com
www.alpiana.com . MwSt-Nr.

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Wo die Welt geboren wird | Teil 1: Die Einsiedlerin

So sagenhaft wie noch nie: Alpiana einmal anders.
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Sarah Meraner, 07.04.2020
Lautlos tauchten die Augen des Frosches aus dem schwarzen Wasser des Narauner Weihers. Er hatte die Bewegungen einer fetten Eintagsfliege ausgemacht und wartete nun auf den passenden Moment. Es war leise bis auf das morgendliche Surren, das die tiefliegenden Nebel gemächlich vertrieb. Ein Bruchteil einer Sekunde und zack! die Zunge verschwand mit der an ihr klebenden Fliege so schnell im Maul des Frosches, wie sie herausgeschnellt kam. Die spektakuläre Jagd des Tieres blieb meist unbeachtet, aber nicht an diesem Tag: Eine einsame, zierliche Gestalt hatte das Treiben unbemerkt beobachtet, und ihr Mund verzog sich zu einem Lächeln. Die Gestalt erhob sich aus ihrer kauernden Haltung, streckte die Arme in die Höhe und wandte ihr Gesicht den ersten morgendlichen Sonnenstrahlen zu. „Guten Morgen, Welt!“, flüsterte sie, bevor sie wieder leise im Dickicht des Waldes verschwand.

Ja, in der Natur Völlans soll bis vor wenigen Jahren eine alte Einsiedlerin gehaust haben, die den Namen Alpiana trug. Zwischen den Wäldern und Wiesen lebte sie hier völlig zurückgezogen – und ließ sich nur von den Jahreszeiten treiben. Vor allem in den kalten Monaten zog sie sich in ihre Hütte inmitten der dichten Wälder oberhalb der Kastanienhaine zurück – einer Art Höhle, die sie mit eigenen Händen in einen kleinen Hügel hinein gegraben und mit Zweigen, Stöcken und Moos ausgebaut hatte. Ihre Behausung beherbergte nichts weiter als eine kleine Feuerstelle und zwei Töpfe – einen zum Kochen, einen für die tägliche Ration Trinkwasser –, einen dicken Schlafsack sowie eine alte Matratze, die sich Alpiana aus ihrem früheren Leben mitgenommen hatte, und einige Blatt Papier für Zeichnungen, zum Zeitvertreib. Die Hütte war ihr Rückzugsort und Zuhause. Sie lebte vom Gemüse, das sie an einem sonnenbeschienenen Hang in der Nähe anpflanzte, und den Eiern ihrer drei Hühner, welche dort ein seliges Leben in Freiheit genossen. Nur gelegentlich wanderte die Alte ins Dorf, um sich etwas Fleisch zu besorgen, Brot oder Kohlestifte zum Malen.

Wurde es wärmer, ging sie überall dorthin, wohin ihre nackten Füße sie trugen. Der Frühling hatte gerade erst begonnen, seine Farben über das Südtiroler Land zu streichen, als sich Alpiana wieder täglich auf den Weg machte. Sie liebte die frühmorgendliche, unberührte Kühle und den Übergang zum milden Tag. Der Morgen war der Frühling eines jeden einzelnen Tages und die Geburt einer immer neuen Welt, fand sie. Eines Tages brach Alpiana so früh am Morgen zum St. Hippolyt Kirchlein auf, dass so mancher geglaubt hätte, es sei noch tiefe Nacht. Doch wollte sie das mystische Plätzchen in all seiner Kraft spüren, musste sie es erreichen, bevor die vielen Tageswanderer dort anzutreffen waren. Und abgesehen davon, dass sie auf gewöhnliche Menschen ... nun, sagen wir mal etwas wunderlich wirkte, hatte sie wenig Lust, auf deren lautes Getöse und ihre Hektik zu treffen. Umso größer war ihr Schreck, als Alpiana den jungen Mann erblickte, der zwischen Dunkelheit und Kirche im Gras kniete! Er war alleine unterwegs und trug nichts weiter bei sich, als einen Fotoapparat und eine Wasserflasche. Eine ganz besondere Aura umgab den jungen Mann, der einige Aufnahmen machte und dann wieder verträumt ins schlummernde Tal blickte. Wer mochte er bloß sein? Und was verschlug ihn zu dieser Stunde hierher?

...Fortsetzung folgt.

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